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Mittwoch, 17. 03. 2010 |
| 20.00 Uhr Reihe Premiere Barbara Frischmuth liest aus Die Kuh, der Bock, seine Geiß und ihr Liebhaber. (Aufbau 2010) |
In diesem frischmuthschen Bestiarium verstricken sich Redewendungen und Sprichwörter plötzlich zu absurden Tiergeschichten. Nichts Animalisches ist diesen Tieren und denen, die es sein könnten, fremd - und natürlich auch nichts Allzumenschliches. Barbara Frischmuth lässt sich von der Sinnlichkeit der Sprache verführen, sie nimmt sie beim Wort und geht den Wendungen der Rede nach, dass man unentwegt gleich ihren Tieren im Hausgebrauch die Ohren spitzt, um nicht in Fallen zu tappen oder die Eselsbrücken zu verpassen. Wozu führt das nicht alles: zum dicken Hund, zum Kroko-Deal, zur Busenschlange, zum Katzenjammer, zu Schwanenseen oder dem Otterndilemma. Der Sprachwitz inspiriert zu Charakteren, Situationen und Bekenntnissen, die stets aus Zwiespältigkeiten erwachsen und Mehrdeutigkeiten nicht scheuen. Kurz, hier ist man auf der hohen Schule von Nonsens und Schwarzem Humor, auf der man amüsiert so manches lernt über den Nager in uns, Verwirrungen der Affenliebe und wie eine junge Geiß den Schäfer nach ihrer Pfeife tanzen lässt. (zu: Die Kuh, der Bock, seine Geiß und ihr Liebhaber) |
Barbara Frischmuth Geboren 1941 in Altaussee, lebt und arbeitet in Altaussee. Dolmetschstudium Türkisch und Ungarisch in Graz. 1959 erste Gedicht-Veröffentlichung, Gründungsmitglied des Forum Stadtpark. Seit 1967 freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Schreibt Romane, Erzählungen, Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher, Kinder- und Gartenliteratur. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen u.a.:1988 Manuskripte-Preis für das Forum Stadtpark des Landes Steiermark, 1998 Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, 1999 Franz-Nabl-Literaturpreis der Stadt Graz, 2005 Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Veröffentlichungen u.a.: Die Klosterschule (1968); Das Verschwinden des Schattens in der Sonne (Roman, 1973); die Trilogie: Die Mystifikationen der Sophie Silber (1976), Amy oder Die Metamorphose (1978) und Kai und die Liebe zu den Modellen (1979); die Trilogie: Herrin der Tiere (1986), Über die Verhältnisse (1987) und Einander Kind (1990); Hexenherz (Erzählungen, 1994); Die Schrift des Freundes (Roman, 1998); Entschlüsselung (2001); Der Sommer, in dem Anna verschwunden war (Roman, 2004); Marder, Rose, Fink und Laus: meine Garten-WG (Mit Fotografien. von Herbert Pirker, 2007). Vergiss Ägypten. Ein Reiseroman (2008). Die kluge Vermittlerin zwischen islamischer und christlicher Kultur erzählt in ihrem neuen Buch von einer Frau, die auf ihren Reisen nach Ägypten nicht nur das Fremde und Andere erkundet, sondern dabei auch sich selbst entdeckt. Je öfter Valerie das Land am Nil besucht und je mehr sie über Zeiten, Völker und mystische Traditionen erfährt, umso begieriger ist sie, hinter den bloßen Augenschein zu kommen. "Vergiss Ägypten, wenn du etwas über Ägypten schreiben willst", rät ihr die Freundin Lamis, "denk lieber an Ägypter." Sie meint die unbekannte Vielfalt von orientalischen Lebensentwürfen, der man von Alexandria bis Luxor begegnet. Valerie denkt auf ihren Erkundungsfahrten auch an Abbas, den einstigen Geliebten. Wenn sie Europäerinnen trifft, die Ägypter geheiratet haben, beginnt sie sich zu fragen, wie ihr eigenes Leben ausgesehen hätte, wäre sie Abbas damals gefolgt. Begierig sammelt sie die Geschichten dieser anderen Frauen und findet immer neue Variationen der eigenen darin wieder. |
