Oswald Wiener

Geboren 1935 in Wien. Er studierte Jura, Musikwissenschaft, afrikanische Sprachen und Mathematik und arbeitete als Jazztrompeter. 1954-1959 Mitglied der „Wiener Gruppe“, als deren theoretisches Haupt er oft bezeichnet wurde. 1958-1966 arbeitete er für die Firma Olivetti im Bereich Datenverarbeitung. 1968 wurde er für seine Teilnahme an der Aktion „Kunst und Revolution“ an der Universität Wien zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Flucht aus Wien lebte er 1969-1986 als Gastwirt der Gaststätte „Exil“ in Berlin. 1992-2004 hatte er eine Professur für Poetik und künstlerische Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf inne. 1989 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur, 1992 den Grillparzer-Preis, 2006 den Manuskripte-Preis des Landes Steiermark. In seinem Hauptwerk „die verbesserung von mitteleuropa, roman“ verknüpfte er literarische Experimente eng mit kybernetischen Ansätzen. Oswald Wiener ist mit der Künstlerin Ingrid Wiener verheiratet und lebt in der Steiermark.

Veröffentlichungen u.a.:
die verbesserung von mitteleuropa. roman (Zeitschrift Manuskripte in mehrere Folgen 1965-68; rororo 1.Aufl. 1969, Neuausgabe Jung und Jung 2013)
Josefine Mutzenbacher: Die Lebensgeschichte einer wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt. Im Anhang: Beiträge zu einer Ädöologie des Wienerischen von Oswald Wiener (Hrsg.; Rogner & Bernhard 1969; Rowohlt 1978)
Probleme der Künstlichen Intelligenz (Merve 1990)
Schriften zur Erkenntnistheorie (Springer 1996)
Literarische Aufsätze (Löcker 1998)
Bouvard und Pécuchet im Reich der Sinne. Eine Tischrede (Gachnang und Springer 1998)
Eine elementare Einführung in die Theorie der Turingmaschinen (zus. mit Manuel Bonik und Robert Hödicke; Springer 1998)
Computing the motor-sensor map (Short Communication) (zus. mit Thomas Raab; Behavioral and Brain Sciences, 27/2004, S. 423–424)