© Bodo Hell
© Bodo Hell

Bodo Hell: Jakob-Lorber-Quelle

in 15 Jahre Literaturhaus Graz

schade, daß sie nicht mehr geöffnet ist, bemerken die beiden freundlichen jungen Mütter auf Anfrage im Vorgarten des Nachbarhauses der Fischzucht Igler (Kleinverkauf und Engros), aus deren Becken es in einem fort plätschernd sprudelt (Wasserverquirler), gehen Sie nur über die Brücke (Andritzbach) zu Fuß den schmalen Weg zwischen den Häusern (Anwesen Schaumann, erbaut 1752, renoviert 1930, Ursprungshof, Europameister im Orientierungsreiten, bitte nicht füttern, hier errichtet www.IMPULSHAUS.at ein Doppelhaus, die Autos unterm Carport sind bereits auf Symbolfotos zu sehen) hinauf und dann an den Ziegen (2 gehörnten weißen deutschen Edelziegen auf dem Dach ihres Unterstands) vorbei (Privatweg, Durchgang auf eigene Gefahr, Eltern haften für ihre Kinder, Hunde haben keinen Zutritt), an einer düsteren Zyklamenwaldflanke den geböschten Bach entlang bis zur Absperrung am eigentlichen AuffangRundbecken (Überlauf): Besichtigung der Quelle mit Führung möglich, bei rechtzeitiger Anmeldung tel. 0316 691353, kein Einlaß von 11-14 h, die Quelle ist für Wasserholer jeden Freitag von 10 bis 16h geöffnet, die Wasserentnahme erfolgt auf eigene Gefahr, den Wagen sollten Sie bereits an der Zufahrt beim Tennisplatz geparkt haben (wenn wider Erwarten noch ein Streifen frei wäre), vorne an der Abzweigung an der Statteggerstraße rechts knapp nach der Stadtgrenze verweist ein verwittertes Schild auf die Jakob-Lorber-Begegnungsstätte, dieser Grund ist Privatbesitz, mit seinem Betreten anerkennen Sie die Land- und Hausordnung, hinter dem Gittertor neben dem gemauerten Rundbecken mit tiefgrün bewegtem Wasserpflanzenbewuchs erscheinen Spruchtafeln auf einer Mauer, welche das eigentliche Quellbecken hinter einer zweiten FußgängerBrücke zu einem braun gestrichenen Privathaus (zwischen Bäumen versteckt) abschließt, auf einer dieser Tafeln steht: Vertrauet und bauet allzeit auf meinen Namen Jesus und es wird Euch dadurch das unmöglich Scheinende möglich werden, ohne meine Zulassung kann nichts geschehen

wer vor Jahren in der Grazer Diätküche der Frau Behagel mit angeschlossener (mittlerweile geschlossener) Pension IRIS in der Bergmannstraße 10 die Nachtkästchenlade aufgezogen hätte (eine amerikanische Bibelausgabe erwartend), würde umso überraschter gewesen sein, daß er die Kindheit Jesu des steirischen Musiklehrers aus dem weiteren SchubertUmkreis und ‚Schreibknecht Gottes’ (Selbstbezeichnung) Jakob Lorber (mit nach ihm benanntem Winzig-Gäßchen im Griesviertel) vorgefunden hätte, in welchem Buch es nur so vor bislang unbekannten Erzählmotiven wimmelte, als hätte ein Autor der Spätzeit sich der Mühe unterzogen, alle Unwahrscheinlichkeiten der Kindheitsgeschichte aus den Evangelien durch weiteres Unglaubliches zu überbieten (Hebamme Marias mit verglühtem, dann nachgewachsenem Finger, kaiserliches Schiffsgeleit der Familie nach Ägypten etc.), auf höhere Eingebung hin wortwörtlich nach Diktat von oben niedergeschrieben (alle Werke aus dem Lorber-Verlag im württembergischen Bietigheim erhältlich), also ein Fall automatischen Schreibens, in gesteigerten Zuständen: da sagten Sie Gerhard Rühm nichts Neues, der würde vielleicht auf das weibliche Pendant Margarethe Held aus Berlin und ihr im Rainer Verlag erschienenes Universum verweisen, da sagten Sie auch dem Kommunikationschef des ORF-Landesstudios Stmk. Gernot Rath nichts Neues, der Sie vielleicht vor Jahren sogar zur damals noch offenen Quelle geführt hätte, und auch Maximilian Droschl würde in seiner unbeeindruckt eindrucksvollen Knappheit auf die Frage nach dem Quellursprung (quasi mit einer mayröckerschen Genetivmetapher) geantwortet haben: ‚am Fuß der Leber’