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Dossier - page 17

Ann Cotten: Statement zu Konrad Bayer

in Neulich im Literaturhaus Graz

Uneinheitliche Natur des Schreibakts bei K. Bayer – Immer ist insbesondere bei Konrad Bayers Manuskripten spezifisch, dass schon der Akt des Aufschreibens Teil vom Spiel ist. Nicht findet man hier eine verlässliche Einstellung, eine Vorstellung etwa, was ein Autor ist und was ein Text soll, und auch kein allzu dringliches Bestreben danach. Das ist nicht…

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© Ferry Radax, Literaturarchiv der ÖNB, Ausschnitt

Günter Eichberger: Die Ereignisse und ihr anderes Licht

in Neulich im Literaturhaus Graz

Statement zur Relevanz von Konrad Bayer. Relevant erscheint mir ein Autor vor allem dann, wenn er andere literarisch anregt oder beeinflusst. Im Zusammenhang mit Bayer fällt mir leider zunächst ein anderer toter Dichter ein, der kürzlich verstorbene Helmut Schranz. In dessen letztem Buch birnall suada (2015) gibt es einen Abschnitt, in dem sich ein fiktiver…

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© Falkner

Benedikt Ledebur: Eröffnungsrede Ausstellung Brigitta Falkner

in Neulich im Literaturhaus Graz

Das aufgelöste Akrostichon im Titel ihres ersten Buches: ABC, Anagramme, Bildtexte, Comics birgt schon die Programmatik für das gesamte ihm folgende Werk Brigitta Falkners: Mit dem Alphabet ist der grundsätzliche Zeichenvorrat der Umgangssprache genannt, mit Anagramme eine rhetorische Technik, die auf dieser untersten Basis der codierten Sprache operiert, diese Zeichenebene konkret werden lässt und in…

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© Valerie Fritsch

Valerie Fritsch: TOD, TOD!

in Writers' Blog

Astronauten aus Staub en miniature Irgendwann bleiben die Jahre, in denen niemand stirbt, aus, irgendwann sind Beerdigungsbesuche nicht mehr neu, aber regelmäßige Aufgabe jedes gewöhnlichen Erwachsenen und jedes traurigen Kindes. Irgendwann ist man alt genug, sich einen Begräbnismantel zu kaufen, schwarze enge Schuhe und Taschentücher. Irgendwann ist man alt genug für den unaufhörlichen, fremden Tod,…

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© Gerhard Fuchs

Arthur Schnitzler: Widmungsexemplar an Franz Nabl

in Objekt des Monats

Arthur Schnitzler: Sterben. Novelle, 3. Aufl. Berlin: S. Fischer 1901. Franz Nabl Bibliothek. Anfang Februar 1907 schickt der Student und angehende Schriftsteller Franz Nabl (1883-1974) seine Novelle Der Schwur des Martin Krist im Manuskript an den schon arrivierten Arthur Schnitzler (1862-1931), weil er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sein Text Parallelen zur (schon 1894 erstveröffentlichten)…

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© Cordula Simon

Cordula Simon: Pornesque

in Writers' Blog

Autoren sind ja grässliche Menschen: ständig belauschen wir Fremde und überlegen, ob Gesagtes in einem Text landet. Zuletzt hörte ich Streit aus einer benachbarten Wohnung. Durch die Wände ist alles schrecklich undeutlich. Dann höre ich ganz klar die weibliche Stimme: „Du hast Pornos geschaut, ich weiß es ganz genau!“ Danach habe ich gar nichts mehr…

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(c) gemeinfrei

Robert Menasse: Doktor Faust in 5 Minuten

in Klassiker in fünf Minuten

Christoph Columbus entdeckte Amerika, die Europäer hatten, ohne es noch zu wissen, das Mittelalter verlassen und waren in die Neuzeit eingetreten, und just in diesem historischen Moment wanderte ein Mann durch Süddeutschland, der als Alchimist, Wunderheiler und Wahrsager sein Auskommen zu finden suchte, einen zweifelhaften Ruf erwarb, der, immer mehr ausgeschmückt und weitergesponnen, zu legendärem…

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Schranz © Agnes Altziebler

Nachruf: Helmut Schranz (1963-2015)

in Allgemein

Unser lieber Kollege und Freund, Mag. Helmut Schranz, ist am 6. September 2015 im 53. Lebensjahr nach einer schweren Krankheit verstorben. Der Grazer Autor und Herausgeber, der sein Studium der Germanistik an der Karl-Franzens-Universität abgeschlossen hatte, war seit 2002 am Franz-Nabl-Institut beschäftigt. Dort betreute er die Bibliothek, insbesondere die Zeitungsausschnittsammlung. Helmut Schranz war in der…

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© Olga Flor

Olga Flor: Container

in Writers' Blog

Der Erstickungstod im Kühlcontainer macht fassungslos. Nun wird also die Schlepperei bekämpft. Bedacht wird weniger, dass das Schleppergewerbe auf dem Boden der Abschottung gedeiht, und die ist anscheinend die einzige Antwort einer einfallslosen, uneinigen und, ja, in ihren Folgen unmenschlichen Politik. Das Spiegelbild einer Gesellschaft, deren online- und sonstige Treibjagden an der Empathiefähigkeit zweifeln und…

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© Gerhard Fuchs

Reinhard P. Gruber: Steirerhut

in Objekt des Monats

Gipsskulptur, 14 x 14 x 9 cm, aus dem Vorlass des Autors am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung „weil kein ‚MODERNER’ mensch mehr zu seinem MODERNEN steireranzug einen hut mit gamsbart tragen will, unter dem diktat der AUSLÄNDISCHEN mode, ist auch schon der entbartung der steirischen gemsen und hüte, sowie überhaupt der entgemsung der steiermark, sowie der…

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DossbearbBalken

NEU GELESEN: Kurt Bartsch über Reinhard P. Gruber

in Dossier neu gelesen

Angesichts von Flüchtlingsströmen und dem Wiederaufleben national getönter Heimatdebatten stellt sich heutzutage erneut die Frage nach der Bedeutung von Heimat und Zuhausesein. In seinem Beitrag „‚Heimat ist, wo irgendeiner wohnt.’ Reinhard P. Gruber, der ‚Heimatentheoretiker’“ untersucht der Grazer Literaturwissenschaftler Kurt Bartsch ausgehend von dessen Punzierung als „satirischer Heimatdichter“ Grubers Umgang mit dem ideologisch überfrachteten Begriff….

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zitat_bukowski

Oliver Bukowski: Jeder für sich und alle miteinander?

in Dossier: Was wird Literatur?

In der Kognitions- und Wahrnehmungspsychologie nennt sich das „Priming“, „WYSIATI“ (What you see is all there is – in etwa: „Nur, was man gerade weiß, zählt“) und „Halo-Effekt“: Wir nehmen ein paar Anfangsinformationen – ob nun vorgegeben oder selbst gesucht – und treten daraus den neuronalen Trampelpfad unserer Annahmen und Vorhersagen. Unsere ersten, schnellen Schlussfolgerungen…

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