Literarische Vor- und Nachlässe sind nicht nur für GermanistInnen interessant. Der Vergleich unterschiedlicher Textfassungen, angehäufte Recherche-Materialien oder die Korrespondenz von SchriftstellerInnen erleichtern und/oder erweitern das Verständnis literarischer Texte und gewähren einen Einblick in die Werkstatt von DichterInnen. Entwürfe und Vorstufen zum fertigen Buch mit all ihren Abirrungen, Ausweitungen und Verästelungen sowie die Einsicht in private oder berufliche Korrespondenzstücke (mittlerweile auch Mails) zeichnen ein buntes Bild von AutorIn und Textentstehung. Die Faszination des Originals lässt sich auch bei der Einsichtnahme in Einzelmanuskripte beobachten. Meist sind es ja die (oft noch handschriftlichen, mit Zeichnungen oder Anmerkungen versehenen) Erstfassungen bekannter Werke, die von Literaturarchiven erworben werden – Konvolute, die über eine schlichte Textierung hinaus als bildliche Entsprechung der Verfassung der Autorin bzw. des Autors beim Schreiben gelten können.

Neben dem bereits bei der Institutsgründung vorhandenen Nachlass von Franz Nabl kamen im Lauf der letzten zwanzig Jahre (durch Schenkungen oder Ankäufe der Steiermärkischen Landesregierung) wichtige Vor- und Nachlässe steirischer AutorInnen an das Institut, darunter Bestände von Barbara Frischmuth, Reinhard P. Gruber, Klaus Hoffer, Doris Mühringer, Wilhelm Muster, Gerhard Roth, Werner Schwab und Hannelore Valencak.

Genauere Informationen über den Bestand finden Sie im Verzeichnis österreichischer Nachlässe und auf der Homepage des Instituts.

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