Qualität, Vielfalt, Offenheit und Gegenwartsbezug sind die programmatischen Leitgedanken des Literaturhauses Graz. In mehr als einhundert Veranstaltungen pro Jahr mit mehr als 7500 BesucherInnen werden steirische, österreichische, deutschsprachige und internationale AutorInnen präsentiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt, vorgegeben auch in der geographischen Lage der Stadt, auf dem Raum Südosteuropa.

Über das Format der klassischen Lesung hinaus versteht sich das Literaturhaus Graz als diskursiver Raum: Gespräche, Vorträge, Diskussionen, Performances und alle gegenwärtigen Formen der Vermittlung und Reflexion von Literatur haben hier ihren Platz. Ausgehend vom Gedanken, dass ein Literaturhaus nicht allein die aktuelle, sondern auch die historische Vielfalt des literarischen Schaffens und seine Relevanz für die Gegenwart zu zeigen und zur Diskussion zu stellen hat, bietet das Literaturhaus Graz in seiner Programmgestaltung ein breites Spektrum literarischer Formen und Ausdrucksmöglichkeiten. Neben dem Roman wird Lyrik, neben dem Gängigen Eigenwilliges und neben der Erwachsenenliteratur mit dem Festival bookolino ein renommiertes Kinder- und Jugendprogramm geboten.

Neue Formate haben sich am Literaturhaus Graz etabliert: Die Reihe „Klassiker revisited“ wurde gemeinsam mit LehrerInnen entwickelt und richtet sich an SchülerInnen der Oberstufe, ohne das allgemeine Publikum auszuschließen. Die Reihe „Grundbücher“ stellt wichtige Werke der österreichischen Literatur nach 1945 vor und befragt sie nach ihrer heutigen Relevanz. Spezielle Tage sind den interessantesten literarischen Debüts des Jahres sowie dem literarischen Nachwuchs gewidmet. In der „Literarischen Soirée“ werden Neuerscheinungen diskutiert. In den „Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens“ denken Vertreter aus Wissenschaft, Journalismus und Literatur über ihr Schreiben nach. In der Reihe „Zur Sache“ werden anhand von neu erschienenen Sachbüchern aktuelle Themen der Zeit diskutiert. Jeden Herbst findet ein mehrtägiges Festival statt, bislang zu den Themen „Was wird Literatur?“ (2015), „Was für ein Theater? Horváth, Bauer, Schwab“ (2016) sowie „Heimat und Horror bei Elfriede Jelinek“ (2017) .