Qualität, Vielfalt und Gegenwartsbezug sind die Leitgedanken des Literaturhauses Graz. Von annähernd einhundert Veranstaltungen pro Jahr sollen möglichst viele Besucherinnen und Besucher angesprochen werden und darunter auch solche, die bislang an Literatur weniger interessiert waren. Im Bereich der Vorstellung literarischer Neuerscheinungen wird auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen steirischen und Grazer, österreichischen, deutschsprachigen und internationalen Autorinnen und Autoren Wert gelegt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt, vorgegeben auch in der geographischen Lage der Stadt, auf dem Raum Südosteuropa.

Über das Format der klassischen Lesung hinaus versteht sich das Literaturhaus Graz als diskursiver Raum: Gespräche, Vorträge, Diskussionen, Performances und alle gegenwärtigen Formen der Vermittlung und Reflexion von Literatur haben hier ihren Platz. Ausgehend vom Gedanken, dass ein Literaturhaus nicht allein die aktuelle, sondern auch die historische Vielfalt des literarischen Schaffens und seine Relevanz für die Gegenwart zu zeigen und zur Diskussion zu stellen hat, bietet das Literaturhaus Graz in seiner Programmgestaltung ein breites Spektrum literarischer Formen und Ausdrucksmöglichkeiten. Neben dem Roman wird Lyrik, neben dem Gängigen Eigenwilliges und neben der Erwachsenenliteratur mit dem Festival bookolino ein renommiertes Kinder- und Jugendprogramm geboten.

Ab Herbst 2015 werden am Literaturhaus Graz neue Formate erprobt: Die Reihe „Klassiker revisited“ wird gemeinsam mit LehrerInnen entwickelt und richtet sich an SchülerInnen der Oberstufe, ohne das allgemeine Publikum auszuschließen. „Thementage“ kombinieren eine Abendveranstaltung mit studentischen Workshops. In der Lounge des Hauses präsentieren sich in einer Serie temporärer Ausstellungen AutorInnen, die in ihren Arbeiten stark intermediale Bezüge erkennen lassen. Neu am Literaturhaus Graz ist zudem ein Symposium, das fortan jeden Herbst stattfinden wird. Unter Einbindung der papierenen Bestände des Franz-Nabl-Instituts und mit Bedacht auf ein möglich scheinende digitale Zukunft des Schreibens widmete sich diese Veranstaltung im November 2015 der Frage: „Was wird Literatur?“

Wir hoffen auf spannende Antworten und laden Sie zu allen Veranstaltungen des Literaturhauses Graz herzlich ein!

Klaus Kastberger, Agnes Altziebler, Elisabeth Loibner