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mitSprache 2016 – Enquete zur Literaturvermittlung in Österreich

in Allgemein

Die letzten Tage der Literatur? Am 29. und 30. September 2016 findet in Wien die 1. Enquete zum Thema Literaturvermittlung in Österreich statt.

Die österreichische Literaturszene ist gut aufgestellt: Es gibt tausende Autorinnen und Autoren, von denen etliche international erfolgreich sind. Es gibt anständig dotierte Preise und Stipendien, umtriebige Bibliotheken und Buchhandlungen, eine Buchpreisbindung und die Verlagsförderung. Und es gibt engagierte Literaturhäuser und Literaturzentren. Also alles paletti? Nein. 

Literatur wird im 21. Jahrhundert zunehmend marginalisiert, verliert an Schulen und Universitäten an Terrain, wird z.T. seit Jahren nicht ausreichend finanziell gefördert und häufig von Medien abseits von Bestsellern ignoriert. Verlage kämpfen um ihre Existenz und Schriftsteller leiden an Nicht-Beachtung und Nicht-Honorierung ihrer Arbeit. Gleichzeitig nimmt die Zahl an Veranstaltungen und an Veranstaltern in Städten zu, entstehen neue Festivals, ist das Interesse an neuen Geschichten, der Wunsch nach kreativer Darstellung so groß wie wohl noch nie. Wie passt das zusammen? Wie geht die Literaturszene mit Veränderungen und Umbrüchen in einer Konsumwelt digitaler Kommunikation um? Welche Chancen hat das Buch heute? Verdrängen Sprachevents die ernsthafte Auseinandersetzung mit Texten? Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Schreibenden, Lesenden und literaturvermittelnden Institutionen?

Am 29. und 30. September 2016 findet in Wien im Theater Odeon die erste Enquete zum Thema “Literaturvermittlung in Österreich” statt – seit zwei Jahren vorbereitet und organisiert von zehn österreichischen Literaturinstitutionen: der Alten Schmiede und der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien, den Literaturhäusern Graz, Mattersburg, Salzburg, Wien sowie dem Literaturhaus am Inn/Innsbruck, dem Felder-Archiv in Bregenz, dem Musilhaus in Klagenfurt und dem Stifterthaus in Linz.

In Vorträgen und Diskussionen beschäftigen sich Literaturvermittler vor allem aus Österreich sowie aus Deutschland und der Schweiz an zwei Tagen u.a. mit Kultur- und Bildungspolitik, mit Medien und Publikum, mit Jugend und Literaturvermittlung. Aktuelle Ergebnisse aus Umfragen werden kritisch hinterfragt und das neue Buch “Zwischen Schreiben und Lesen” (Klever Verlag, Herbst 2016) präsentiert – mit Texten von elf eingeladenen österreichischen Schriftstellern: Wolfgang Bleier, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Ludwig Laher, Teresa Präauer, Martin Prinz, Gerhard Ruiss, Margit Schreiner, Michael Stavaric, Marlene Streeruwitz, Bernhard Strobel und Erika Wimmer. Zur Podiumsdiskussion am Ende der Enquete wird der neue österreichische Kulturminister Thomas Drozda erwartet. Die Tagung steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist frei, das Programm finden Sie unten als pdf sowie unter: www.mit-sprache.net

mitSprache 2016. Ein Projekt der österreichischen Literaturinstitutionen.