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Valerie Fritsch

Volume 1. 10 Jahre Plattform. Eine Anthologie (2014)

in Objekt des Monats

Volume 1. 10 Jahre Plattform. [Eine Anthologie.] Hrsg. v. „plattform“ [Valerie Fritsch, Florian Labitsch, Reinhard Lechner, Alexander Micheuz]. Wien: Sonderzahl 2014. (= edition graz. 7.) [Mit Beiträgen von: Kateřina Černá, Astrid Ebner, FALKNER, Felicitas Ferder, Sarah Gabriele Foetschl, Valerie Fritsch, Julia Hager, Sonja Harter, Lilly Jäckl, Florian Labitsch, Reinhard Lechner/Christoph Szalay, Gerhard Melzer, Alexander Micheuz,…

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Valerie Fritsch: Girlanden aus Oberarmknochen. Im Ossarium

in Writers' Blog

Kürzlich besuchte ich auf einer Reise durch Tschechien einen eigenartig anmutenden Ort: das Ossarium von Sedlec. Ein Beinhaus, umrahmt von einem Kirchhof, auf dem hier ein Grab eingesponnen ist in organisches Immergrün, zugewachsen und verschwunden, und dort auf einem Gedenkstein zwischen den Rosen- und Tulpensträußen auch das Lenkrad eines zu früh Verstorbenen liegt. In den…

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Valerie Fritsch: Die Einzelheiten Stalingrads

in Writers' Blog

Es war ein Napoleon Winter, eine Jahreszeit, die die aufeinander zustürmenden Menschen überrannte. Es gab Brot hart vor Kälte und ungezuckerten Tee. Der Wind riss den Schnee vom Boden und trug ihn durch die Luft. Die Stalinorgeln pfiffen. Von den Steppen schleppten sich jene, denen die Beine erfroren waren, auf Knien in Richtung der Stadt….

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Valerie Fritsch: Wermut im Weltraum

in Writers' Blog

Kürzlich hatte ich nach einer Nacht, in der nicht zu wenig Absinth getrunken wurde, einen jener Träume, der einem in der rauschenden Durchlässigkeit der frühen Morgenstunden in den Schädel fährt und ungenau zwischen Schlaf und Bewusstsein seine Bühnen baut. Vor den Fenstern fiel Schnee, die Wege und Balkongeländer wurden weiß. An den Scheiben die Kälte,…

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Valerie Fritsch: Das Herz eines Blauwals ist groß wie ein Kleinwagen

in Writers' Blog

Prophezeiungen Wenn es Winter wird und kalt, möchte ich verreisen. Wenn die schlechten Nachrichten in den Zeitungen schlechte Gewohnheiten werden, will ich die Koffer aus den dunklen Nischen ziehen und fortgehen, für ein paar Tage nur, an jene menschenfernen, unverortbaren Flecken der Welt, deren bloße Existenz all die böse macht, die einen lieben, weil man…

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Valerie Fritsch: Poetische Tiere (Teil 1)

in Writers' Blog

Magellan-Pinguine fürchten den Menschen nicht und sind so wenig scheu, dass in Fachbüchern steht, man müsse besondere Acht geben, ihnen nicht auf die Füße zu steigen. Tannenzapfentiere haben eine Schnauze einem Rohr gleich, durch das Insekten auf dem Teppich einer langen Zunge ihnen in Reih und Glied in den Magen hinab marschieren. Odinshühnchen legen für…

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Valerie Fritsch: Mit gebrochenen Armen und lidlosen Augen

in Writers' Blog

Kürzlich wanderte ich auf einer Lesereise durch eine Stadt voller Statuen. Hinter jeder Ecke und aus jedem Platz wuchsen Figuren hervor, menschenähnlich, glatt und stumm, auch aus den Fassaden hoher Häuser erhoben sich Reliefgesichter, in deren geöffneten Mündern Vögel nisteten und durch die steinerne Lippen davonflogen. Überall tauchten sie auf, die unbeseelten Gestalten mit ihren…

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Valerie Fritsch: Organe aus Stein

in Writers' Blog

Im Museum wird man zum Kind, lernt endlich wieder neue Worte, sieht Tiere, für die man keinen Namen hat, schaut auf eine Welt, der der Mensch die längste Zeit unbekannt war. Man streift durch die Gänge mit hallendem Schritt, lässt seine Fingerabdrücke auf den speckigen Vitrinengläsern zurück und trägt jene der Fremden auf den Kuppen…

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Valerie Fritsch: Lepra und die kühlen Gürteltiere

in Writers' Blog

Kürzlich habe ich geträumt, dass Leprakranke ihre Gliedmaßen mit hölzernen Klammern auf Wäscheleinen hängen und schöne Frauen in Korsagen hinzukommen, um die Arme und Beine abzunehmen und in Körben über die Felder davonzutragen. Lepra ist eine der ältesten Krankheiten der Welt, biblisch, früh überliefert, mit den Sklaven in alle Ecken des Erdballs verkauft bis zu…

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Valerie Fritsch: Mondsucht und Vergesslichkeit

in Writers' Blog

Früher, sagt man, stiegen die Menschen dem Mond hinterher in dunklen Nächten, Lunatiker, planetensüchtig, fiebrig und außerirdisch. Der Mond, er weckte sie aus einem Schlaf, zu tief, um zu träumen, öffnete ihnen die Augen und zog ihnen an den Wimpern die Lider hoch, bis ein starrer Blick hervorkam, der in die Leere sah. Er ließ…

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Valerie Fritsch: Flugsaurier als Ultima Ratio

in Writers' Blog

Nun leben wir in einer Welt, in der Raubvögel in den Niederlanden darauf abgerichtet werden, unerwünschte Flugobjekte zu jagen und zum Absturz zu bringen. Riesenhafte Adler mit gelben Schnäbeln holen Drohnen aus der Luft, pflücken Quadrocopter vom Himmel, stürzen sich auf kleine unbemannte Luftfahrzeuge und zerren sie gejagten Tieren gleich auf die Erde. Zu Boden…

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Valerie Fritsch: Biolumineszente Lebewesen als Festtagsschmuck

in Writers' Blog

Die Welt wird aufgeputzt zu den winterlichen Feiertagen, verziert mit Strohengel und Nadelkranz, erleuchtet von Halogenstern und Kerzenschein, gelben Fenstern in der Nacht und Lichterketten an den Toren, als habe man sich einer großen Dunkelheit zu widersetzen. Ich hab’ meine finsteren Zimmer mit Bienenwachskerzen und biolumineszenten Lebewesen geschmückt. Die Wände behangen mit leuchtenden Tieren, mit…

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