„Wie es mit der Literatur weitergeht“. 60 Jahre Literaturzeitschrift manuskripte. Tag 1

Do 23.04.2020 / 10 Uhr
Kategorie:

Symposium des Franz-Nabl-Instituts im Literaturhaus Graz.
Mit: Klaus Kastberger, Alfred Kolleritsch, Hanno Millesi & Xaver Bayer, Harald Miesbacher, Michael Braun, Fermin Suter, Thomas Antonic, Timo Brandt, Verena Stauffer und Julia Weber.

10:00 Uhr
Eröffnung und Begrüßung

10:30 Uhr
Klaus Kastberger im Gespräch mit Alfred Kolleritsch

Eine der ganz großen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Literatur im Gespräch. Über sein eigenes Schreiben und 60 Jahre manuskripte. Über Begegnungen mit herausragenden Autorinnen und Autoren. Über Schwierigkeiten und Widerstände in der Durchsetzung des Neuen. Über literarischen Geschmack und die Entdeckerfreude, die die manuskripte nicht nur zu einem literaturhistorischen Faktor sondern bis heute zu einer ganz besonderes lebendigen Zeitschrift macht.

11:30 bis 13:00 Uhr
Hanno Millesi und Xaver Bayer: Austropilot – Textflug Steiermark

Für ihren Beitrag zum sechzigjährigen Jubiläum der manuskripte haben sich die beiden Autoren ihr 2016 erschienenes Buch Austropilot – Prosa und Lyrik aus österreichischen Literaturzeitschriften noch einmal in Hinblick auf die Situation in der Steiermark vorgenommen. Für die in den 1970ern in Österreich zu einem Höhenflug ansetzende, literaturbezogene Zeitschriftenszene können die manuskripte in vielerlei Hinsicht als Impulsgeber betrachtet werden.

Harald Miesbacher: Wie die manuskripte beschlossen, in Graz zu bleiben und alt zu werden. Ein Rückblick auf die Entwicklung der Grazer Literaturzeitschrift im vergangenen Vierteljahrhundert.

Wie die Grazer auszogen, die Literatur zu erobern war der Titel einer vor gut 50 Jahren erschienenen Publikation, in der Texte, Porträts, Analysen und Dokumente von Autoren, Literaturkritikern und -wissenschaftlern versammelt wurden, die zum Umfeld der damals legendären Grazer Literaturszene zählten und in engem Kontakt zu den manuskripten standen. Von diesen anfänglichen manuskripte-Autoren sind etliche der Zeitschrift weiterhin verbunden geblieben. Mittlerweile sind freilich jüngere Autorengenerationen hinzugekommen und so ist die langlebigste Literaturzeitschrift Österreichs nach wie vor das wichtigste heimische Publikationsorgan für neue und unveröffentlichte Texte geblieben.

15:00 bis 16:30 Uhr
Michael Braun: Die manuskripte und ihre deutschen Resonanzen

„Es ist nicht mehr zu übersehen, dass ein wesentlicher Teil der jüngeren deutschsprachigen Literatur seinen Ursprung in Österreich hat.“ Ein Befund aus dem 1975, als man sich einig war, dass die „Grazer Genie-Ecke“, das Forum Stadtpark und die manuskripte das Basislager und die Zentralstation einer neuen, experimentierfreudigen Literatur bilden. Wie ist es heute um die Wirkungskraft der manuskripte bestellt, zu einem Zeitpunkt, da das Medium Literaturzeitschrift allerorten in die Defensive geraten ist? Welche literarischen Impulse aus Graz finden Resonanz in der deutschen Literatur nach 2000? Eine kleine Strömungslehre zur Wirkungsgeschichte von Literaturzeitschriften.

Fermin Suter: Nach Graz nach Hause. Die manuskripte im schweizerisch-österreichischen Netzwerk

‚Graz‘, das hatte seit den frühen 1960er Jahren auch in der Schweiz zunehmend den Klang literarischer Innovation und entlegener Weltoffenheit erlangt. Der Beitrag folgt den Verästelungen des österreichisch-schweizerischen Netzwerks von den Anfängen in den 1960er bis in die 70er  und 80er Jahre und fragt, wie es sich herausgebildet, entwickelt und bisweilen in der Gestaltung und Programmierung der manuskripte manifestiert hat: Denn die Beziehung von Schweizer AutorInnen zu den manuskripten ist auch in manuskripte-Beiträgen erkundet, in Sonder- und Jubiläumsnummern gefeiert, in Poetikvorlesungen institutionalisiert und, nicht zuletzt, wie z.B. in Jürg Laederachs Wittgenstein in Graz in den Status des literarischen Stoffes erhoben worden.

17:00 bis 18:30 Uhr
Thomas Antonic: „ginsberg wo bleibst du?“ – Zur Rezeption der Beat Generation in den 1960er Jahren durch einige Autor/inn/en im manuskripte-Umfeld

Die Beat-Generation beeinflusste nicht nur die Arbeiten von österreichischen Autor/inn/en wie Wolfgang Bauer, Gunter Falk, Elfriede Jelinek, Peter Handke oder Ernst Jandl, es kam auch zu persönlichen Kontakten (z.B. Jandl liest mit Allen Ginsberg 1965 in London, Bauer und Gerhard Roth besuchen Michael McClure 1973 in San Francisco, Ginsberg besucht Graz 1980 …). Darüber hinaus publizierten mehrere Beat-Autor/inn/en in den manuskripten.

Timo Brandt: Literaturzeitschriften als Literaturvermittler

Was müssen Literaturzeitschriften und Online-Magazine mit literarischem Fokus heute leisten, welche Entscheidungen und Möglichkeiten haben sie? Anhand von einigen Beispielen aus der Literaturlandschaft des deutschsprachigen Raums geht der Vortrag Fragen der Gestaltung auf den Grund und versucht einen Einblick in das vermittelnde Potenzial zu geben, das diesen Publikationen und Webportalen aus der Sicht des Autors innewohnt.

Das Symposium wird von gleich zwei literarischen Blogs begleitet. Verena Stauffer befüllt die digitalen Sprachrohre der manuskripte (Website, FB, Twitter, Instagram) mit Texten und Bildern, Julia Weber dokumentiert die Veranstaltung auf der Schreibmaschine. Ihre Typoskripte werden im Stil der allerersten manuskripte-Ausgabe laufend vor Ort hektografiert und geheftet und können als Souvenir mit nach Hause genommen werden.

Konzeption: Stefan Maurer und Andreas Unterweger.

Eine Veranstaltung des Franz-Nabl-Instituts für Literaturforschung und des Literaturhauses Graz in Kooperation mit manuskripte – Zeitschrift für Literatur

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