„Wie es mit der Literatur weitergeht“. 60 Jahre Literaturzeitschrift manuskripte

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Das Symposium ist leider abgesagt!
Wie es mit der Literatur weitergeht, erfahren Sie auf dem >>Youtube-Channel der manuskripte

Symposium, 23.4.–24.4.2020.

Seit 1960 liefern die manuskripte laut ihrem Gründer Alfred Kolleritsch „die beste Information, wie es mit der Literatur weitergeht“. Aber wie verhält es sich mit dem anachronistisch wirkenden Medium Literaturzeitschrift im Zeitalter der digitalen Revolution, verkürzter Aufmerksamkeitsökonomien und eines zunehmend populistischen, kunstfeindlichen politischen Diskurses?

In den Vorträgen und Diskussionen werden Themen behandelt, die von der Gründungsgeschichte der Zeitschrift über „ihre“ Nobelpreisträger Jelinek und Handke bis in die Gegenwart und Zukunft reichen. Die ästhetische Konzeption der Zeitschrift, ihre Beziehung zu verwandten Institutionen in Nähe und Ferne sowie die Bedeutung, welche der Zeitschrift in Zusammenhang mit der „heimlichen Literaturhauptstadt“ Graz zukommt, werden dabei ebenso im Zentrum stehen wie diverse internationale Aspekte. Es gilt, alte und neue Texte sowie Autorinnen und Autoren wiederzuentdecken sowie die damit verbundenen Momente der Förderung bzw. die sich während der langjährigen Wirkungsgeschichte der Zeitschrift verändernde Rolle als „Gatekeeper“ der österreichischen Literatur zu durchleuchten. Der von den manuskripten ausgehende Paradigmenwechsel in der österreichischen Literatur der Nachkriegszeit, der Austausch mit MitstreiterInnen, wie Verlagen und benachbarten Zeitschriften, werden dabei ebenso zur Sprache kommen, wie die damit in Zusammenhang stehenden Fehden auf dem Feld der Literatur. Angelehnt an „Wie die Grazer auszogen, die Literatur zu erobern“, so der Titel einer Anthologie aus den 1970er Jahren, wird die Tagung die umgekehrte Frage stellen: Wie denn die Literatur, ausgehend von Forum Stadtpark und den manuskripten, das damals noch gefährlich verschlafene Ex-Pensionopolis Graz „erobern“ und zur „Literatur-“, ja „Kulturhauptstadt“ machen konnte.

Die Beiträge des Symposiums werden im Herbst 2020 in einer Sonderpublikation der manuskripte sowie auf www.dossieronline.at erscheinen. Hierbei handelt es sich um das frei im Netz zugängliche Magazin des Franz-Nabl-Instituts für Literaturforschung, das die traditionsreiche Reihe „Dossier“ in zeitgemäßer Form fortsetzt. Bisher erschienen: Wolfgang Bauer (2017), Werner Schwab (2018), Graz 2000+ (2019).

Konzeption: Andreas Unterweger und Stefan Maurer.

>>ZUM GESAMTEN PROGRAMM

Eine Veranstaltung des Franz-Nabl-Instituts für Literaturforschung und Literaturhaus Graz in Kooperation mit manuskripte – Zeitschrift für Literatur