Mi., 10.06.2026

19:00 Uhr

Gregor von Rezzori: Maghrebinische Geschichten (1953)

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Veranstaltungsdatum: Mi., 10.06.2026 // 19:00 Uhr

Kategorie: Vortrag und Gespräch Lesung

Reihe: Grundbücher der österr. Literatur seit 1945

Kommentierte Lesung: Ronald Pohl
Vortrag: Jan Wilm, anschließend im Gespräch mit Klaus Kastberger

 

„Was ist – geschändet wird nicht?“, rufen erschüttert die Eunuchen in Gregor von Rezzoris Maghrebinische Geschichten (1953). Ihr Ausruf ist exemplarisch für das Pendelspiel zwischen Komik, Abgründigkeit und kultureller Provokation, das die lose gefügten Episoden prägt.
Mit seiner unvergleichlichen Mélange aus Erinnerung und Fiktion unterwandert Rezzori satirisch verkrustete Gesellschafts- und Moralvorstellungen und formt aus historischen Umbrüchen ein vielschichtiges Wimmelbild. Seine von Ironie und Melancholie durchwirkte Sprachkunst behauptet in der deutschsprachigen, zumal der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts – Rezzori wurde 1984 nach Jahrzehnten der Staatenlosigkeit de facto österreichischer Staatsbürger – eine durchaus eigenwillige Position. (Jan Wilm)

 

Gregor von Rezzori (1914 -1998) war ein deutschsprachiger Autor, Journalist, Drehbuchautor und Schauspieler, mit Abstammung aus einer adligen Familie aus Sizilien. Nach dem Zerfall der österreich-ungarischen Monarchie erhielt er die rumänische Staatsbürgerschaft, verlor sie jedoch nach der Übernahme der Bukowina durch die Sowjetunion wieder und war 1944–1982 staatenlos, bis er die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt. Veröffentlichungen von Kurzgeschichten, Romanen, Erzählungen und Drehbüchern, u. a. Maghrebinische Geschichten (Kurzgeschichten; 1953); Ein Hermelin in Tschernopol (1958); Memoiren eines Antisemiten (1979).

>Mehr über ihn im STANDARD

 

Dank gilt dem Rimbaud Verlag für die Überlassung der Rechte. In Kooperation mit Alte Schmiede Wien und StifterHaus Linz

 

Jan Wilm
Wilm © Kirsten Bucher
Geboren 1983, studierte Anglistik und Amerikanistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er über J. M. Coetzee promovierte. Er ist Schriftsteller und Übersetzer und lebt in Frankfurt am Main. 2016 erschien auf Englisch das Sachbuch The Slow Philosophy of J. M. Coetzee, 2019 der Roman Winterjahrbuch, 2022 der Essay Ror.Wolf.Lesen. und 2025 der Naturkunden-Essay Bärtierchen. Als Übersetzer übertrug Wilm u.a. Werke von Joshua Cohen, Lydia Davis, Arundhati Roy und Adam Thirlwell, und er erhielt zahlreiche Stipendien für seine übersetzerische Arbeit. Er  ist Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Literaturkritiken und Essays erscheinen regelmäßig in Publikationen wie Republik, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Granta, Believer sowie im Times Literary Supplement. Als Moderator ist Wilm besonders bei Veranstaltungen mit englischsprachigen Autor·innen im gesamten deutschsprachigen Raum tätig.Mehr erfahren
Ronald Pohl
Pohl © privat
Geboren 1965 in Wien, ist Kulturjournalist, Theaterkritiker und Schriftsteller und lebt in Laab am Walde (NÖ). Er arbeitet seit 1993 als Kulturredakteur bei DER STANDARD, zudem war er mehrfach Lektor am Institut für Sprachkunst an der Hochschule für Angewandte Kunst. Literarische Texte veröffentlichte er zunächst in Zeitschriften und Anthologien. Ab 2004 erschienen von ihm Erzählungen, Romane, Gedichte und eine Komödie.Mehr erfahren
Klaus Kastberger
Kastberger © Kulturzeitung Achtzig / Stephan Friesinger
Geboren 1963 in Gmunden (OÖ), seit März 2015 Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz. Zahlreiche Bücher, Aufsätze und Vorträge vor allem zur österreichischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe Ödön von Horváths. Seit 2015 Juror beim Bachmannpreis. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2023.Mehr erfahren
Mi., 10.06.2026
Datum
19:00 Uhr
Uhrzeit
€ 10,00
Preis
€ 8,00
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