Liebe bookolino-Freunde!

Das nächste bookolino-Festival kommt bestimmt und zwar von 9. bis 19.  November. Um die Wartezeit auf viele spannende Lesungen, Workshops, Theateraufführungen und natürlich die Buchausstellung zu verkürzen, möchten wie euch jeden Monat eine Bilder-, Kinder- oder Jugendbuch-Neuerscheinung vorstellen, die uns am Herzen liegt.

Viel Freude damit und auf ein Wiedersehen im November!

Euer bookolino-Team


© Hanser
© Hanser

 

„Du siehst schön aus“, sagte der König zum gezeichneten Vogel.
„Danke“, sagte der Vogel. „Finde ich auch. Trotzdem fehlt noch etwas.“
„Was denn?“,  fragte der König.
„Der Wind unter meinen Flügeln“, sagte der Vogel und flog aus dem Bild.

Da haben sich zwei Größen der Kinderliteratur zusammengetan: Heinz Janisch, der vielfach ausgezeichnete österreichische Kinderbuchautor und Wolf Erlbruch, der vor kurzem als erster Deutscher mit dem „Oscar“ der Kinder- und Jugendliteratur dem „Astrid Lindgren Preis“ ausgezeichnet wurde und „der schreibt und zeichnet für das Kind in uns allen. Und für die ganze Welt.“, wie Andreas Platthaus in der FAZ schreibt. Aus diesem Grund widmet sich unsere Empfehlung im Monat Mai auch nicht einer Neuerscheinung, sondern diesem bereits 2008 veröffentlichten Bilderbuch.

Ein König, der auf sich selbst die größten Stücke hält, hantelt sich auf kindlich naive Weise mal vom Eichhörnchen zum Geist, von der Müdigkeit zur Nacht, vom Salz zum Bleistift in diesen 21 Kürzestgeschichten. Sehr bald muss der kleine König jedoch erkennen, dass seine Befehle, die er dem Meer, den Wolken, dem Stern, der Nacht usw. erteilt nicht umzusetzen sind.

Die philosophischen, feinsinnigen Episoden von Heinz Janisch werden von den reduzierten Illustrationen Wolf Erlbruchs begleitet. Ganz im Stil von Ente, Tod und Tulpe, Am Anfang oder Die große Frage finden wir einen König mit vor Wut hochrotem Kopf, entspannt die Nase in die Wolken steckend oder mit vor Spannung aufgerissenen Augen.

 Ein Bilderbuch für kleine und große Könige und Königinnen das bleibenden Eindruck hinterlässt.

„Wie geht es dir?“,  fragte der König das Buch.
„Das frage ich dich schon die ganze Zeit“, sagte das Buch.


 

 © PICUS
© Picus

„…Man muss nur Kaffeepulver, grüne Farbe, Rasierschaum, Zahnpasta und Dreck in einem Topf mischen und gut umrühren. Ein rohes Ei aus dem Kühlschrank stibitzen und gemeinsam mit Mamas rotem Lippenstift hineinwerfen. Vielleicht noch einige Spielzeugautos dazu. Das Ganze dann zwei Wochen unter dem Bett verstecken und tatarataaa! Fertig ist die Glückssuppe!“

Das ist nur einer der Vorschläge in Das Glück ist ein Vogel, wie und wo man sein persönliches Glück finden kann. Aber beginnen wir von vorne:  Wie so vielen Dingen, liegt auch diesem Bilderbuch von Leonora Leitl die Frage nach dem Warum? zugrunde. Elli löchert ihre Großeltern mit Fragen, wie zum Beispiel Warum schläft mein Fuß ein, wenn ich noch wach bin? bis hin zu Und was ist eigentlich Glück? Die Antworten, die Elli von ihren Großeltern, dem Hund Alfi, den Nachbarn und schließlich ihren Eltern bekommt, zeigen, dass Glück unendlich viele Seiten hat.

Leonora Leitl, Illustratorin und Autorin aus Oberösterreich, wurde für das Sachbilderbuch Willi Virus (Text: Heidi Trpak) mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016 ausgezeichnet. In Das Glück ist ein Vogel schafft sie es abermals, ein abstraktes Thema greifbar zu machen. Ein Bilderbuch, das nicht zuletzt durch die Illustrationen, die fröhlich und leicht daherkommen, daran erinnert, dass das Leben viele schöne Momente bereithält.


© Luftschacht
© Luftschacht

„Ein Prinz, der lieber eine Prinzessin sein will? Etwas Derartiges war im ganzen Königreich noch nicht vorgekommen!“

Zinnsoldaten, Kettenhemden, Pauken und Trompeten sind für Prinz Hannibal Hippolyth Hyazinth gänzlich uninteressant, viel lieber sind ihm Zuckerpüppchen, Reifröcke und Krönchen. Doch was kann ein Prinz tun, dessen größter Wunsch es ist, eine Prinzessin zu sein? Selbst die teuren Ratschläge seiner sieben Schwestern führen zu keinem Ergebnis. Am Ende scheint er der Erfüllung seines größten Traums schließlich doch sehr nahe zu sein…

Autorin Melanie Laibl und Illustrator Michael Roher schaffen ein modernes Märchen über das Anderssein, das mittels bildhafter Sprache, feinsinnigem Wortwitz und stimmungsvollen Illustrationen mit und doch abseits von Aschenputtel, Schneewittchen, Rapunzel und Co. daran erinnert, dass es sich meist lohnt den innersten Herzenswünschen nachzugehen. Ein Bilderbuch „für alle Helden in Blümchenstrumpfhosen“, wie es heißt. Und für alle anderen auch.