Geboren 1973 in Ptuj; ist ein slowenischer Dichter, Schriftsteller und Lektor. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaften und Germanistik in Ljubljana. Er arbeitet als Lektor beim Verlag Študentska Založba“ in Ljubljana und schreibt Lyrik, Essays und Romane, zudem übersetzt er aus dem Spanischen (u.a. Neruda, Orozco, Vallejo) und Deutschen (u.a. Bachmann, Benn, Huchel, Donhauser). Zahlreiche Preise, u.a. erhielt er den erstmals vergebenen Alfred Kolleritsch-Würdigungspreis der Stadt Graz 2020, da er unter anderem mit den „Days of Poetry and Wine“ und deren hochkarätigem internationalem Programm Sommer für Sommer seine Geburtstadt Ptuj in eine Weltstadt der Literatur verwandelt und sich nicht zuletzt als Literaturvermittler international stark macht. Aleš‘ Werk überschreitet oft die Grenzen der Literatur. Seine Gedichte wurden in die Projekte zahlreicher Galerien und Museen aufgenommen, zuletzt im Louvre in Paris (2024). Auf der Kochi-Muziris Arts Biennale in Indien schuf er eine große Installation in Form einer 15 Meter hohen Pyramide mit einem inneren Labyrinth, das politisch verfolgten Dichtern gewidmet ist. Als Librettist und Texter arbeitete er mit den Komponisten Uroš Rojko und Vito Žuraj sowie mit dem österreichischen Musiker Peter N. Gruber zusammen. Er ist Co-Autor und Texter des abendfüllenden Dokumentarfilms über Grenzen in Mitteleuropa, Bezmejno/Beyond Boundaries (2016), unter der Regie des deutschen Filmemachers Peter Zach. Zwischen 2012 und 2023 führte er einmal jährlich an verschiedenen Orten weltweit die Schreibperformance Written on Site auf. Er arbeitet intensiv mit dem Akkordeonisten und Komponisten Jure Tori zusammen. Gemeinsam schufen sie das poetische Musikritual Above the Sky Below the Earth (2020), das historische Kabarett My War Accordion (2023) und die Erzähl-Musik-Performance Daedalus (2025). Seit 2014 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin und seit 2019 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.

 

Veröffentlichungen (in dt. Übersetzung) u.a.:
Kaschmir. Gedichte (Edition Korrespondenzen 2001)
Buch der Dinge (Suhrkamp 2006)
Geburt eines Engels. Gedichte aus Slowenien (Wunderhorn 2008)
Preußenpark. Berliner Skizzen (Suhrkamp 2009)
Buch der Körper. Gedichte (Schöffling & Co 2012)
Der Handschuh (Edition Thanhäuser 2011)
Archiv der toten Seelen. Roman (Schöffling & Co 2016)
Logbuch der Gegenwart. Taumeln (Haymon 2016)
Über dem Himmel unter der Erde: Gedichte (Hanser 2019)
Logbuch der Gegenwart. Aufbrechen (Haymon 2019)
Neverend. Roman (Wallstein 2022)
Gebrauchsanweisung für Slowenien, mit Matthias Göritz (Piper 2022)
Atemprotokolle. Gedichte (Wallstein 2023)
Das Lachen der Götter (Wallstein 2023)

Aleš Šteger