abgesagt

Mo, 27.05.2024

19:00 Uhr

Mascha Jacobs: Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens, Teil 1

Veranstaltungsdatum: Mo, 27.05.2024 // 19:00 Uhr

Kategorie: Vortrag

Reihe: Grazer Vorlesungen

Moderation: Anne-Kathrin Reulecke

LEIDER MUSSTE DIE VERANSTALUNG MIT MASCHA JACOBS ABGESAGT WERDEN.

 

»„Und was nützen Bücher“, dachte Alice, „ohne Bilder und Gespräche?“» in Alice im Wunderland von Lewis Carroll. Dieses Zitat führt direkt ins Herz der Vorlesungen, die sich auch an Laurie Andersons „Norton Lectures“ orientieren. Die amerikanische Soundkünstlerin hat diese sechs Vorlesungen im Laufe des Jahres 2021 über das Mahindra Humanities Center in Harvard virtuell auf Zoom gehalten, während Corona also. Das erforderte eine spezielle intermediale Form, Filme, Töne, Texte und Musik, die zu einer wunderbaren Erfahrung für uns alle wurde. Das nimmt sich auch ohne Pandemie die geplante Vorlesung vor, die als Audioperformance konzipiert ist.
Literaturvermittlung in auditiven Medien soll so nicht nur nacherzählt, problematisiert und befragt, sondern mit ästhetischen Mitteln erprobt und aufgeführt werden.

 

Teil 1: Poetologien als Gespräch und am Übergang »vom Schreiben-Wollen zum Schreiben-Können«

Poetologien gehören zu den Lieblingslektüren von Mascha Jacobs. Umso mehr freut sie sich, dass die Grazer Vorlesungen vor ihrem ersten Roman erscheinen werden. Das Schreibenwollen und das nicht Schreibenkönnen ist das Spannungsfeld, in dem Roland Barthes Vorlesungen „Die Vorbereitung des Romans“ stehen. Mit diesen und anderen Texten wird Roland Barthes zum Tanz aufgefordert, zu einem imaginären Gespräch eingeladen. Denn auch er interessiert sich für Stimme, das Zuhören, das Dialogische und das gesprochene Wort. Genauso wie Ingeborg Bachmann, Clarice Lispector, Lilian Peter, Hilda Doolittle, Heike Geißler, Rachel Cusk und Anne Carson immer wieder dazwischen quatschen werden. „Irgendwo, wahrscheinlich im Himmel, gibt es eine geheime Schaltzentrale, in der das gesamte Weltwissen miteinander im Gespräch ist: über antike Dichtung, über Forellen, über die Wahrheit, die man in Träumen findet, über Brigitte Bardot. Es ist der Ort, an dem die „eigentliche“ Literatur stattfindet. Denn die Gespräche in dieser Schaltzentrale überstrahlen ganze Regalkilometer linear erzählender Gegenwartsliteratur. Der Regie führende Mastermind dieser Vorstellung ist Anne Carson“, schreibt Lisa Kreißler über die Literatin. Roland Barthes antwortet darauf, ohne es gewusst zu haben, in seinen Vorlesungen. „Nach meinem Verständnis ist eine Vorlesung eine ganz eigenartige Schöpfung, weder ganz Schrift noch ganz Wort, durchdrungen von einem impliziten Gespräch (einem stummen Einverständnis).“ (37). Dieses Gespräch führen wir in dieser Vorlesung aus einer explizit materialistisch-feministischen Perspektive.

 

In Kooperation mit Institut für Germanistik und Literaturverlag Droschl

Mascha Jacobs
Sie lebt in Berlin und ist Mitherausgeberin der Zeitschrift "Pop. Kultur und Kritik" und hat jahrelang mit dem Redaktionskollektiv „10nach8“ bei Zeit Online Texte weiblicher Autorinnen publiziert und redigiert. Eigentlich aus dem Musikjournalismus kommend, nach Arbeiten für die Spex und den Zündfunk des Bayerischen Rundfunks und als freie Autorin, über Kunst, Literatur, politische Bücher und sozialpolitische Themen schreibend, wurde sie einer breiten Öffentlichkeit mit ihrem Literatur-Podcast "DEAR READER" (https://dearreader.podigee.io/) bekannt. Dort spricht sie mit Autoren und Autorinnen über die Bücher ihres Lebens. Über die Wege, auf denen sie zu ihnen finden, wie das Gelesene sie verändert und wie oder ob für sie Lesen und Schreiben zusammengehören.Mehr erfahren
Anne-Kathrin Reulecke
Geboren 1961 in Hildesheim. Studium der Allgemeinen Literaturwissenschaft und deutschen Literaturgeschichte sowie Geschichte in Hamburg. 2003-2009 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Literaturwissenschaft, Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin (Lehrstuhl Sigrid Weigel). 2010–2012 Forschungsprojekt "Blindheit als Figur des Wissens in Literatur und Film" am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung. 2010 Max Kade Distinguished Visiting Professor of German University of Virginia, Charlottesville (USA). Seit 2012 Universitätsprofessur für Neuere deutschsprachige Literatur mit dem Schwerpunkt "Literaturtheorie und Geschichte und Theorie der literarischen Ästhetik" am Institut für Germanistik der Graz.Mehr erfahren

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