Mo., 14.09.2026

19:00 Uhr

Konrad P. Liessmann über Hector Berlioz’ La Damnation de Faust

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Veranstaltungsdatum: Mo., 14.09.2026 // 19:00 Uhr

Kategorie: Vortrag und Gespräch

Reihe: Das philosophische Opernhaus

Anschließend sprechen Katharina John (Chefdramaturgin) und Lorenzo Fioroni (Regisseur) über die Grazer Inszenierung.

 

„Wie feige und erbärmlich die Menschen doch sind!“
Von Berlioz’ ersten Entwürfen einer Faust-Musik soll Goethe selbst nicht sehr viel gehalten haben. Berlioz ließ sich dadurch nicht entmutigen und entwarf später ein Szenario, das sich auf zentrale Motive von Goethes Tragödie konzentriert, ihr aber eine gänzlich neue Richtung gibt. Berlioz komponiert, was viele genervte jugendliche Goethe-Leser diesem Faust wohl insgeheim gewünscht hatten: Fahr zur Hölle! Im Gegensatz zum deutschen Faust, der den Mythos von der Erlösbarkeit des Menschen in die Welt setzte, solange er sich strebend nur bemüht, macht der französische Komponist kurzen Prozess: Faust folgt seiner Leidenschaft für Margarethe, lässt die ins Unglück gestürzte Geliebte zurück und wird verdammt, obwohl oder weil er noch seine Seele für Margarethes Rettung verkauft. Mephisto triumphiert – wenn nicht über Margarethe, dann doch über Faust. Grund genug, über das Verhältnis von Mensch und Teufel wieder einmal nachzudenken.

 

Literaturhaus Graz in Kooperation mit der Oper Graz und dem Förderkreis der Oper Graz.

Hinweis: La Damnation de Faust | Oper Graz 26.9., 20 Uhr: Premiere.

Konrad Paul Liessmann
Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien und habilitierte sich ebendort 1989. 1995 folgte die Ernennung zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Philosophie der Universität Wien, 2011 die Berufung auf die Professur für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik, die er bis 2021 innehatte. Darüber hinaus war er von 2014 bis 2022 Leiter des Universitätslehrganges „Philosophische Praxis“ an der Universität Wien. Seit 1996 ist er wissenschaftlicher Leiter, seit 2024 Co-Intendant des „Philosophicum Lech“ und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe im Zsolnay-Verlag. Für seine wissenschaftlichen und essayistischen Veröffentlichungen zu Fragen der Ästhetik, Kunst- und Kulturphilosophie, zur Gesellschafts- und Medientheorie, zur Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts und zur Bildungstheorie erhielt Konrad Paul Liessmann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (1996), den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz im Denken und Handeln (2003), die Auszeichnung als „Wissenschafter des Jahres 2006“, den VIZE 97 der Dagmar und Vaclav Havel Foundation Prag (2010), den Paul Watzlawick-Ehrenring (2016); das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse der Republik Österreich (2023) sowie den Wilhelm Hartel-Preis 2024.Mehr erfahren
Mo., 14.09.2026
Datum
19:00 Uhr
Uhrzeit
€ 10,00
Preis
€ 8,00
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