Das Literaturhaus im April 2026

Liebe Freundinnen und Freunde des Literaturhauses Graz!

Der April macht bei uns nicht, was er will. Er bringt literarische Highlights: Josef Winkler und Norbert Gstrein kommen mit druckfrischen Büchern. Winkler geht dem Schicksal seiner Schwester Maria nach, die für den jungen Josef auf dem heimatlichen Bauernhof eine der ganz wenigen positiven Bezugspersonen war. Gstrein erzählt eine nicht weniger berührende Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg, in der ein Vater seinen Sohn durch einen Axthieb untauglich macht.

Jaqueline Scheiber, die mit ihrem Buch dreimeterdreissig für Furore gesorgt hat, erkundet in einem faszinierenden Essay, wie das Schwimmen den Menschen zum Schweben bringen kann und liefert damit eine Liebeserklärung für alles, was in uns strömt. Auch Birgit Birnbacher, die Gewinnerin des Bachmannpreises aus dem Jahr 2019, hat ein neues Buch geschrieben. Darin lenkt sie den Blick auf Menschen, die in ihrem Verhalten abweichen. Erzählen, so Clemens J. Setz, ist hier schlichtweg eine lebensrettende Maßnahme.

Um Gesellschaftsanalyse in aktueller Form geht es auch im neuen Buch von Judith Kohlenberger. Die bekannte Wiener Soziologin setzt sich darin mit Formen der Migrationspanik auseinander, in denen um ein sehr beschränkt konstruiertes Wir enge Grenzen gezogen und damit wesentliche Chancen versäumt werden. Nava Ebrahimi, eine der profiliertesten Autorinnen, die wir in Graz haben, führt mit Kohlenberger dazu ein Gespräch.

Der Falter-Chefredakteur Florian Klenk hat aus den Zeugenaussagen der Mordwitwe Elfriede Blauensteiner ein Buch gemacht, das zentrale Einblicke in deren Wesensart gewährt. Auch das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

Der bekannte Kulturphilosoph Franz Schuh und die grandiose Schauspielerin Maria Hofstätter haben sich zusammengetan und präsentieren gemeinsam einen österreichischen Klassiker, der wie kaum ein anderes Buch in unsere kriegsgetriebene Gegenwart passt. Die letzten Tage der Menschheit wurden in ihren riesigen Ausmaßen von Karl Kraus einem Marstheater zugedacht. Erleben Sie das gigantische Stück jetzt in einer adaptierten Version im Literaturhaus Graz!

Wer noch mehr über Klassiker, Geheimtipps und andere faszinierende Texte der heimischen Literatur wissen will, besuche unser Symposium Grundbücher der österreichischen Literatur. Einleitend diskutieren in einer eigenen Abendveranstaltung u.a. Maja Haderlap und Michael Köhlmeier darüber, wie es sich anfühlt, noch zu Lebzeiten zu einem Teil des literarischen Kanons zu werden.

In unserer mit großem Erfolg gestarteten neuen Reihe Das philosophische Opernhaus bringt Konrad Paul Liessmann Ende April unter dem Titel „Jedes Ding hat seine Zeit“ dem interessierten Publikum mit Musikbeispielen die Oper Der Rosenkavalier von Richard Strauss näher, die am 9.5. an der Oper Graz Premiere hat.

Beachten Sie bitte auch unser Objekt des Monats zu der weitgehend vergessenen Grazer Autorin Grete Scheuer. Sowie eine Neuerscheinung in unserer Reihe Zur Kunst des Schreibens. Der grandiose Dinçer Güçyeter, der mit dem Buch Unser Deutschlandmärchen für Furore gesorgt hat, erklärt darin, was es mit der Fake-Gucci-Jogginghose auf sich hat.

Wir danken für das überwältigende Interesse, das unser Programm findet! Sie sind das beste Literaturpublikum der Welt!

Und schauen Sie sich doch bitte bei Gelegenheit auch noch das an : Der Steirerhut brennt!

Klaus Kastberger für das gesamte Team

veröffentlicht am 1. April 2026 in Allgemein