Mo., 15.06.2026

19:00 Uhr
Michael Köhlmeier über Homers Odyssee

Michael Köhlmeier über Homers Odyssee

Veranstaltungsdatum: Mo., 15.06.2026 // 19:00 Uhr

Kategorie: Vortrag und Gespräch

Reihe: Klassiker revisited!

Im Gespräch mit: Klaus Kastberger

Homers Ilias ist ein Heldenepos. Mehr: Sie ist die Urform dieser Gattung. Die Odyssee ist komplizierter, und das nicht nur im Aufbau. Es gibt Argumente, die nahelegen, sie einen Roman zu nennen. Einen Eheroman vielleicht? Durchaus. Die Vorgeschichte der Odyssee zeichnet vom Protagonisten ein alles andere als positives Bild. Odysseus will sich vom Krieg, den er anzettelte, drücken, er lässt den kranken Philoktet auf einer Insel aussetzen und am Ende des Krieges befiehlt er, Astyanax, den kleinen Sohn des Hektor, zu töten. Dennoch hat Homer diesen Mann zum Helden seines späten Epos’ gemacht. Die Odyssee ist auch der Versuch, Odysseus zu rehabilitieren. Er ist der treueste untreue Ehemann der Literaturgeschichte. Aus Liebe zu seiner Frau Penelope verzichtet er auf das ewige Leben bei ewiger Manneskraft, obwohl er erfahren hat, was für ein entsetzlich langweiliges Dasein die Toten im Hades führen. (Michael Köhlmeier)

 

Michael Köhlmeier
Köhlmeier © Peter-Andreas Hassiepen
Geboren 1949 in Hard/Vorarlberg, Studium der Germanistik und Politologie in Marburg sowie der Mathematik und Philosophie in Gießen und Frankfurt am Main, lebt als freier Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Zahlreiche Romane, Erzählungen, Hörspiele, Lieder und Neu- und Nacherzählungen antiker und heimischer Sagenstoffe und biblischer Geschichten im ORF-Radio und auf CDs. Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk, 2019 mit dem Ferdinand-Berger-Preis und 2026 mit dem Max Frisch-Preis der Stadt Zürich.Mehr erfahren
Klaus Kastberger
Kastberger © Kulturzeitung 80 / Stephan Friesinger
Geboren 1963 in Gmunden (OÖ), seit März 2015 Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz. Zahlreiche Bücher, Aufsätze und Vorträge vor allem zur österreichischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe Ödön von Horváths. Seit 2015 Juror beim Bachmannpreis. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2023.Mehr erfahren
Mo., 15.06.2026
Datum
19:00 Uhr
Uhrzeit
€ 10,00
Preis
€ 8,00
Preis ermässigt

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